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Historische Entwicklung der Hunderassen 

hundDer frühe "Prototyp" des Hundes war der Torfhund (canis palustris), dessen Schädellänge mit 135-150 mm bereits deutlich kleiner war als die eines Wolfschädels. Der Torfhund war während der Jungsteinzeit (Neolithikum) und der anschließenden Bronzezeit in ganz Europa verbreitet. Einige Funde von Torfhunden lassen auf eine frühe Zuchtwahl schließen, da manche gefundene Schädel Spuren eines gewaltsamen Todes aufweisen, sodass anzunehmen ist, dass nicht der ganze Wurf aufgezogen wurde, sondern nur einzelne Individuen.


Während der Hallstattzeit wurde die Hundepopulation uneinheitlich, es gab Unterschiede in der Größe und in der Unterkieferbreite. Außerdem traten nun erste Zahnanomalien auf.[3] Im Mittelalter gab es vermutlich in Europa nur zwölf Hunderassen. Im fünften bis neunten Jahrhundert wurden in germanischen Rechtssammlungen bis zu sieben Jagdhundrassen aufgezählt, welche nach ihrer Verwendung eingeteilt sind: Leithunt, Triphunt (Treibhund), Spurihunt (Spürhund), Windhunt und Hapuhunt (Habichtshund).


Ab dem 13. Jahrhundert wurde eine gelenkte Jagdhundezucht betrieben, damit sich die "reinrassigen" Hunde nicht mit den Bauernhunden vermischten. Hierbei war das Aussehen der Hunde zweitrangig; "reinrassig" waren jene, die gut jagen konnten. Vermutlich wurde bereits vielfach Inzucht betrieben, da gute Hunde vermehrt zur Zucht eingesetzt wurden. Im 19. Jahrhundert wurden viele neue Rassen gezüchtet und Rassestandards aufgestellt, um eine geschaffene Rasse erhalten zu können. Oftmals begann die Zucht einer neuen Rasse mit wenigen Hunden, z.B. wurde die Zucht des Appenzeller Sennenhundes mit elf Tieren begonnen, jene des English Setters sogar nur mit zwei Tieren.


hundDurch die industrielle Revolution wurde der Hund als Arbeitskraft überflüssig, wodurch Wettkämpfe entstanden, welche vor allem auf das verschiedene Aussehen der Hunde abzielten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als es bereits perfekt organisierte Hundeausstellungen gab, wurden zahlreiche Rassehunde gezüchtet. Durch das Wachstum der Städte kam es auch zu einer Zunahme der Schoß- und Haushunde.[6] Die Hundezucht im heutigen Sinne (mit Zuchtbüchern, etc.) nahm ihren Ursprung in Großbritannien, weil dort aufgrund der großen Beliebtheit an Hundekämpfen die erste kommerzielle Zucht von sogenannten "Bullenbeißern" geschaffen wurde. Später entstanden viele Zuchtverbände, welche zuerst auf Gebrauchshunde beschränkt waren, später jedoch auch lokale Sonderformen wie Hütehunde, Windhunde oder "Toydogs" einschlossen.[7] Die meisten Hunderassen (204 Rassen) stammen aus England, danach folgen mittel- und nordeuropäische Länder (insgesamt 65%). 11% (37 Rassen) der heutigen Rassen kommen aus südeuropäischen Ländern, 8% (25 Rassen) stammen aus Osteuropa und Russland.

 

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