Krankheiten» Flöhe beim Hund

Flöhe; ein problem für Ihr Haustier und für sie

Einleitung
Hauptsächlich im Frühling und Sommer werden viele Haustiere und ihre Besitzer von Flöhen geplagt. Aber auch im Herbst und im Winter bleibt dieses Problem, meistens schlummernd, weiter bestehen. Da viele Leute das Letzte nicht wissen und dadurch nicht konsequent Flöhe bekämpfen, kriegen sie jedes Vorjahr wieder mit Flöhen zu tun. Ich möchte versuchen Ihnen in dem nun folgendem Artikel zu erläutern, wie Flöhe leben und wie sie mit diesem Wissen gewappnet, eine gute Bekämpfung auf die Beine stellen können


Lebenszyklus des Flohs

floheFlöhe sind Insekten, und kennen dadurch verschiedene Lebensphasen. Genau wie Schmetterlinge legen ausgewachsene Flöhe Eier aus denen Larven schlüpfen (Raupen). Diese Larven werden nach einiger Zeit eine Puppe (Kokon) bilden, worin die Larven sich langsam in einen erwachsenen Floh verändern (genau wie die Raupe in der Puppe sich in einen Schmetterling verwandelt). Ein Floh kann sehr lange in diesem Kokon überleben. Wenn er “reif” ist und es läuft jemand vorbei (Hund, Katze oder sie selbst) dann kommt er in einem Bruchteil einer Sekunde aus seinem Kokon, und springt auf den Passanten. Ausgewachsene Flöhe sind nur die Spitze des Eisberges: 1% der Flohbevölkerung. 99% des Problems werden durch die Eier, Larven und Puppen geformt! Flöhe leben nur ein paar Wochen, Eier schlüpfen gemittelt nach 1-10 Tagen, Larven verpuppen sich nach 5-10 Tagen. Die Puppen können gut 2 Jahre überleben! Auch im Winter geht dieser Prozess weiter, weil der Zyklus sich im Innern abspielt, und dort ist es immer warm. Im Winter verläuft es aber viel langsamer, weil die Luftfeuchtigkeit dann viel geringer ist als im Sommer. Außer der Wärme haben sie auch Feuchtigkeit nötig um sich zu entwickeln. Gut wischen verschnellt also den Zyklus im Winter!! 


Erwachsene Flöhe leben ausschließlich auf Hunden und Katzen und selten auf Menschen. Sie springen nie über von Tier zu Tier oder von Tier zu Mensch. Sie sitzen also auch nicht im Gras, im Wald oder in Büschen (siehe überstehende Figur und Text). Ihre komplette Lebenswelt ist das Fell des Hundes oder der Katze, und diese verlassen sie nicht. Ansteckung geschieht über den oben beschriebenen Weg: über Ei, Larve und Puppe. Erwachsene Flöhe im Fell eines Haustieres legen Eier in der Zeit, dass das Haustier schläft. Diese fallen auf den Boden, also in sein “Nest”. Dies ist ihr Haus, und vor allem der Platz, wo er schläft. Die Eier sind mikroskopisch klein, und werden schon mitgesaugt, wenn jemand vorbeiläuft. So verbreiten sie sich durchs Haus. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich nach einiger Zeit verpuppen und letztendlich ausgewachsene Flöhe werden. Verbreitung der Eier findet über ihre Schuhe oder ihrer Kleidung statt. Sie nehmen sie mit zu anderen Plätzen, zum Beispiel ins Haus von Menschen, die sie besuchen. Haben diese auch Haustiere, dann wird der Zyklus dort einfach weitergehen! Umgekehrt kann sich ihr Haustier anstecken, durch bei anderen auf Besuch zu gehen, oder dadurch, dass jemand die Eier bei ihnen mit nach drinnen nimmt. Also nicht, weil er draußen mit Hunden gespielt hat. Jedes Jahr aufs Neue bekommen wir viele Menschen mit einer Flohplage, die nur eine Katze haben, die niemals draußen kommt! Erst wenn wir diese Geschichte erzählt haben, begreifen sie wie dies möglich ist.

Wie merken sie, dass ihr Haustier Flöhe hat?

1. Sie haben erwachsene Flöhe krabbeln sehen im Fell ihres Hundes; dies sind abgeplattete, sehr schnelle, dunkelbraune Tierchen
2. Sie haben kleinen schwarzen “Flohkot” im Fell gefunden während des Bürstens oder der Musterung
3. Ihr Haustier hat Juckreiz (Kratzen, beißen, lecken, scheuern), möglicherweise schon kahle Stellen mit Wunden und Krusten auf dem Rücken und Schwanz.
Was können sie daran tun?


a. Falls es keine Beschwerden gibt, präventiv.
Angesichts der Tatsache, dass nur 1% des Problems durch den ausgewachsenen Floh verursacht wird, ist es nicht die erste Wahl um Flöhetötende Mitteln zu benutzen. Sie können ihre Aufmerksamkeit dann besser auf die Vorbeugung des Problems richten. Es gibt Mittel zu kaufen, die sie ihrem Hund oder ihrer Katze verabreichen und die dafür sorgen, dass ausgewachsene Flöhe steril werden. Sie können sich dann nicht mehr fortpflanzen, eine Art Antikonzeption für den Floh. So kann ein einzelner Floh nicht zu einer Ansteckung im Haus führen und bekämpfen sie also 99% des Problems. Einschleppen von draußen ist niemals vorzubeugen, aber kann dann nicht zu einem Problem werden. Es sind zwei dieser Mittel auf dem Markt: Program®, was sie ein Mal im Monat als Pille oder als Öl übers Essen verabreichen, und Cyclio ®, eine Pipette für in den Hals, die sie einmal in drei Monaten verabreichen müssen. Da sie nun wissen, dass Flöhe das ganze Jahr hindurch aktiv sind, verstehen sie, dass es klug ist, um diese Mittel dann auch das ganze Jahr hindurch, zu verabreichen. Nur auf diese Art und Weise beugen sie Problemen in der warmen Jahreszeit vor (“Flohexplosion” wenn all die Puppen in einem Mal reif sind).


b. Falls Flöhe oder Flohpuppen entdeckt werden.

Meistens haben die Haustiere dann Last von den ausgewachsenen Flöhen. Juckreiz, was sich äußert in Kratzen, Lecken, Beißen oder Scheuern. Es entstehen kahle Stellen und manchmal selbst Wunden auf dem Rücken und Schwanz (= miliare Dermatitis). Nun ist es sicher sinnvoll um die ausgewachsenen Flöhe zu bekämpfen, da ihr Haustier schnell möglichst von seinem Problem erlöst werden muss. Am schnellsten wirken Antiflohsprays. Sie töten meisten innerhalb eines Tages alle Flöhe. Wohlgemerkt: Wenn ausgewachsene Flöhe gefunden wurden, dann wissen sie sicher, dass ihr Haus mit Eiern und Larven infiziert ist. Diese schlüpfen nach einiger Zeit aus, und es entsteht aufs Neue eine Infektion. Nur ein Flöhe tötendes Mittel zu benutzen ist dann also Wasser in ein Sieb gießen. Neben der Bekämpfung der ausgewachsenen Flöhe, müssen sie dann ihr Haus mit einem guten Umgebungsspray oder ihr Haustier mit den eher genannten Mitteln behandeln, die vorbeugen, dass die Flöhe Eier legen. Bei ernsten Infektionen würde ich ihnen eine Kombination diese drei Mittel empfehlen. Sie sind absolut nicht schädlich für ihr Haustier. Gute Flohsprays sind Frontline ® (Spray für den Hund und die Katze, auch als Pipette für den Hals zu bekommen), Defendog ® (Spray für Hunde) en Defencat ® (Schaum um die Katze zu behandeln). Ein gutes Umgebungsspray ist zum Beispiel Indorex ® Korb- und Teppichspray.
Wenn Flöhe gefunden wurden, dann ist es gescheit um ihr Haustier auch gegen Bandwurm zu behandeln, da Flöhe Bandwürmer übertragen. Hiergegen ist das beste Mittel Drontal ®.


Zum Schluss

  • Kaufen sie ausschließlich gute Produkte; diese bekommen sie bei ihrem Tierarzt
  • Ziehen sie bei einem Flöheproblem ihren Tierarzt zurate
  • Flöhebekämpfung dient das ganze Jahr hindurch stattzufinden; dies ist die einzige Möglichkeit um (große) Probleme im Sommer vorzubeugen
  • Bierhefe, Knoblauch oder was für Hausmittelchen auch immer, sind nicht effektiv!!
  • Flohbänder und Flohshampoo wirken unzureichend; es gibt bessere Alternativen zu kaufen, die letztendlich billiger sind.
  • Bei einem Flöheproblem auch ihr Haustier behandeln