Konjunktivitis oder Bindehautentzündung
Was ist das?
Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut vom Auge. Dies ist die Innenverkleidung der Augenlider. Bei den meisten unserer Haustierarten ist auch noch ein “drittes” Augenlid zu sehen, im inneren Winkel von beiden Augen (die “Nickhaut”). Auch das Letzte besteht aus Bindehaut und wird auch befallen im Falle einer Entzündung der Bindehaut.
Was sehen wir?
Merkmale einer Entzündung sind Schwellung, Röte, Wärme und Schmerzen. Bei Konjunktivitis werden also die Konjunktiva (die Bindehaut also) rot, schwellen an und sind manchmal schmerzhaft oder jucken (Figur 1). Oft ist die Rede von einer eitrigen Augenausscheidung. Manchmal reiben die Tiere mit ihren Pfoten über die Augen oder mit ihrem Kopf entlang Gegenstände wie z.B. einer Matte. Wenn es eine schmerzhafte Entzündung ist, werden sie das angegriffene Auge ganz oder teilweise Dichtkneifen.
Wie entsteht es?
Unsere Haut und also auch die Bindehaut der Augen formen eine natürliche Barriere gegen eindringende Krankheitserreger wie Bakterien und Viren. Krankheitskeime können in die Augen kommen. Wenn der Patient geringeren Widerstand hat, oder kleine Wunden, verursachen sie Probleme.
Die Krankheitskeime bekommen die Chance, um “anzuschlagen” und den Patienten krank zu machen. Bei vermindertem Widerstand können auch Reaktionen der Bindehaut durch Invasionen von Krankheitserregern auftreten, oder manchmal selbst durch etwas, worauf sie allergisch reagieren (Pollen, Schuppen, Blütenstaub etc.), (siehe Figur).
Nicht jedes “rote” Auge ist eine Entzündung!
Bei Erkrankungen, die ernster sind als eine einfache Konjunktivitis, sehen wir in erster Instanz auch konjunktivitisartige Symptome (Schwellung, Wässern, Röte, Schmerz). Aber bei Beschädigungen der Hornhaut oder selbst von noch tieferen Teilen des Auges ist das Verabreichen von nur einer Salbe oder Tropfen absolut unzureichend. Bei Glaukom, ein sehr bedrohlicher erhöhter Augapfeldruck, wird der Hund in erster Instanz nur eine etwas rote Konjunktiva haben. Dies ist aber ein Notfall!
Wann zum Tierarzt?
Aus dem Vorhergehenden zeigt sich schon, das eigentlich jede Abweichung am Auge durch den Tierarzt beurteilt werden muss. Es ist oft sehr schwierig um die richtige Diagnose zu stellen, und hierfür ist doch schon Kenntnis nötig. Manche Augenkrankheiten fangen unschuldig an, aber haben einen schnellen und ernsten Verlauf. Bedenken sie, dass sie nur 2 Augen haben! Für sie von Interesse um sich zu merken, sind die folgenden Punkte.
• Dichtkneifen eines Auges
• Über das Auge reiben oder entlang Gegenständen reiben
• Rote, geschwollene Bindehaut
• Blutgefäße die über die Hornhaut laufen
• Mehr Tränen als voher
• Eiterige Augenausscheidung
• Krusten in den Augenwinkeln oder auf den Augenlidern
• Dicke Augenlider
• Schleier auf der Hornhaut
• Lichtscheu sein
• Vermindertes Sehvermögen
• Prallere Augen als normal
Bei all diesen Sachen tun sie gut daran, um den Tierarzt anzurufen. Eine Schramme über dem Auge oder ein Dorn im Augapfel sind Notfälle!
Bei einer ordentlichen Augenuntersuchung gehört neben der sorgfältigen Inspektion des Augapfels, der Augenlider und der Innenseite der Nickhaut, auch eine Messung der Tränenproduktion (Schirmer Tear Test; mit Hilfe von einfachen Papierstreifen) und eine Fluoreszenzfärbung zur Kontrolle von Beschädigungen der Hornhaut.
Behandlung von Konjunktivitis
Wie gesagt, gibt es mehrere Ursachen für das Kriegen von einer Konjunktivitis. Die meisten Formen sind mit einem Antibiotikum oder einer Kombination von einem Antibiotikum mit Corticosteroiden zu beheben. Die letzten Medikamente dürfen nur verabreicht werden, nachdem ein Arzt mittels Fluoreszenzfärbung festgestellt hat, dass es keine Beschädigung der Hornhaut ist. Beinahe alle Augenmittel sind als Salbe oder als Tropfen zu bekommen. Bei extrem eiterigen Augen müssen diese vor Verabreichung der Medikamente gereinigt werden, z.B. mit physiologischer Lösung.
Salben verabreicht man durch einen Streifen Salbe auf den Augapfel anzubringen, wobei die Hand mit der Tube auf dem Kopf des Patienten stützt: bewegt dieser plötzlich, dann bewegt die Hand mit und stechen sie ihm/ihr nicht in den Augapfel. Tropfen müssen fallen, wobei der Kopf hochgehalten und das untere Augenlid aufgesperrt wird.
Die meisten Salben und Tropfen müssen so oft wie es geht, aber minimal 5 x am Tag verabreicht werden. Dies, weil die Berühungszeit des Produkts mit dem Auge nur sehr kurz ist. Auf der Verpackung muss angegeben stehen, wie das Produkt bewahrt werden muss.
Wichtig: Das hier bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt


