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Spulwürmer beim Hund

Oder das geheime Leben des Spulwurms
Der am meisten vorkommende parasitäre Wurm bei unseren Hunden und Katzen ist der Spulwurm Toxocara cati und Toxocara canis. Und die meist gehörte Antwort auf die Frage, ob ein Katzen- oder Hundebesitzer sein Tier regelmäßig entwurmt ist: “Meine Katze/mein Hund hat keine Würmer, ich kontrolliere den Stuhlgang gut.” Und damit kommen wir dann gleich zum Kern der Sache: Am Äußeren des Tieres oder am Stuhlgang ist überhaupt nicht zu sehen, ob ein Tier Spulwürmer hat. Der größte Teil des Lebenszyklus der Spulwürmer spielt sich im Körper des Tieres ab, hauptsächlich in dem Dünnen Darm, der Lunge und der Leber. Nur die ausgewachsenen Würmer kommen ab und zu nach draußen, über den Stuhlgang oder über das Erbrochene. Diese Spulwürmer sehen aus, wie rosa oder gelbe Spaghettidrähte und sind beim Hund 9 – 17 cm und bei der Katze 5 – 10 cm lang.

Die Wurmeier sind dagegen mikroskopisch klein, und mit dem bloßen Auge also nicht zu sehen. Die meisten jungen Hunde und Katzen kommen schon mit den Spulwurmlarven infiziert zur Welt und werden, wenn sie nicht entwurmt werden, ihr ganzes Leben infiziert bleiben.
Um dies zu verstehen, werde ich den besonders interessanten Zyklus des Spulwurms eben beschreiben. Ein Hund oder eine Katze nimmt ein Ei von Außen auf.

  • Aus diesem Ei kommt im Darm eine Larve frei.
  • Diese bohrt sich durch die Darmwand einen Weg zu einem Blutgefäß und geht mit dem Blutstrom mit zu unter anderem den Muskeln, Fettgewebe, Leber und Lungen. In diesen Organen, außer den Lungen, gehen die Larven ruhen und kapseln sich vorübergehend ein.
  • In den Lungen gehen die Larven durch die Blutgefäßwand hindurch zu den feineren Verzweigungen der Luftwege (Bronchien). Sie werden ausgehustet zur Kehle und wieder hinuntergeschluckt und in den Darm transportiert, wo die Larve zu einem neuen Wurm heranwächst. Dieser geht sehr viele Eier produzieren: 200.000 pro Tag.
  • Diese Eier kommen mit dem Stuhlgang nach draußen und in dem Ei entwickelt sich eine neue Larve. Dies dauert ungefähr 14 Tage. Dann ist dies gereifte Ei infektiös (kann ein anderes Tier infizieren) und wenn dies nach Innen geleckt wird, beginnt der Zyklus aufs Neue.



  • Wie infizieren junge Tiere sich?
    Wenn beim Hund das Muttertier trächtig wird, werden unter Einfluss von Hormonen die sogenannten Larven, die in Muskel-, Fett- und anderem Gewebe sitzen, wieder aktiv. Sie kommen in die Blutbahn und über die Placenta (Nabelschnurblutgefäße) kommen sie in das Blut des Puppys und von dort aus in den Darm. Bei dem Hund und der Katze werden die Larven sich nach der Geburt verlagern zu dem Milchdrüsengewebe und über die Milch in den jungen Tieren zurecht kommen. Auf diese Weise werden die jungen Tiere schon schnell vor oder nach der Geburt infiziert. Daneben können sie auch noch über die Eier im Stuhlgang des Muttertieres infiziert werden.




    Warum sind Spulwürmer schädlich?
    Bei ausgewachsenen Tieren merken sie meistens wenig von einer Spulwurminfektion. Sie bilden aber wohl eine Quelle für Infektionen, die gefährlich ist für ihre Umgebung.
    Hunde und Katzen können andere Tiere infizieren und auch den Menschen. Dies geht oft ungemerkt. Manchmal können Grippe ähnliche Symptome entstehen mit allgemeinem Kranksein, Fieber und Leberproblemen.
    Die Eier mit den Larven darin, können durch den Menschen aufgenommen werden und die Larven kommen im Darm frei. Danach starten sie eine Wanderung durch den Körper über die Blutbahn und können sie in einer Anzahl Organen wie der Leber, den Lungen, dem Gehirn und den Augen landen. Dort kapseln sie sich ein und können sie Entzündungsreaktionen verursachen.
    Es sind einige Fälle bekannt, wobei eine Larve im Auge eines Kindes kam, mit zur Folge eine nicht zu behandelnde Entzündung und den Verlust des Auges.
    Weiter ist kürzlich festgestellt, dass die Anfälligkeit für Asthma verschlimmert wird durch die Aufnahme von Spulwurmlarven. Dies hat mit einer allergischen Reaktion in den Lungen zu tun.

    Bei jungen Tieren sind die Symptome viel deutlicher sichtbar, Bei einer ernsten Infektion sterben die Puppys direkt nach der Geburt, in der Regel mit den folgenden Symptomen:

  • Husten
  • Durchfall
  • Erbrechen von Spulwürmern
  • manchmal Verstopfung
  • Blutarmut
  • allgemeine Schwäche
  • typisch dicke “Wurmbäuche”
  • glanzloses Fell
  • mager
  • Sie produzieren ernorme Mengen Wurmeier, womit sie die Elterntiere und auch die Menschen in ihrer Umgebung infizieren können.



  • Warum regelmäßig und wie oft entwurmen?
    Für Hunde und Katzen sowie für den Besitzer ist das wurmfrei halten von Tieren von großer Bedeutung. Da die Larvenstadien im Allgemeinen weniger empfindlich sind für die meisten Wurmmittel, wird regelmäßiges Entwurmen notwendig sein, um die ausgewachsenen Würmer zu töten. Wenn nach einer Entwurmung viele ausgewachsene Spulwürmer loskommen, dann können sie sicher sein, dass noch larvale Stadien im Körper anwesend sind. Außerdem “essen” die Würmer das Wurmmittel nicht allemal gleichzeitig auf, sodass nicht alle ausgewachsenen Würmer gleichzeitig auf der Strecke bleiben. Wenn nach einer Entwurmung viel Spulwürmer loskommen, muss in jedem Fall nach 3-4 Wochen die Kur wiederholt werden.




    Ein gutes Schema für Hunde und Katzen ist:
    Junge Tiere: bei 2, 4, 6, 8 Wochen und danach jeden Monat bis 6 Monate
    Erwachsene Tiere: 2 x pro Jahr
    Hündinnen/Katzen vor der Deckung einmal extra entwurmen, nach der Geburt wieder. Außer durch das regelmäßige Entwurmen mit einem guten Mittel, können wir uns selbst auch schützen gegen eine Spulwurminfektion durch:
    Sandkästen abzudecken gegen die Benutzung durch Katzen als Katzenklo
    gut die Hände zu waschen nach dem spielen im Sandkasten oder dem Arbeiten im Garten
    Katzenklo regelmäßig mit kochendem Wasser sauber machen.

  • Die Behauptung: “mein Hund hat keine Würmer” ist im Licht des komplizierten innerlichen Zyklus des Spulwurms schwierig aufrecht zuerhalten.
    Selbst wenn die Untersuchung des Stuhlgangs auf Wurmeier negativ ist, bedeutet dies noch nicht, dass das Tier wurmfrei ist.

    Männchen und junge Spulwürmer produzieren schon mal keine Eier. Und die ausgewachsenen Weibchen-Spulwürmer produzieren die Eier von Zeit zu Zeit. Um von den im Körper versteckten Larven nicht zu reden.
  • Wichtig: Das hier bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt