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Vergrößerte Prostata beim Hund

Einführung
Männliche Säugetiere haben eine Anzahl extra Geschlechtsdrüsen. Eine davon ist die Prostata. Diese befindet sich um die Harnröhre herum (=Urethra), die von der Blase bis in die Penisspitze läuft. Die Blase liegt in der Bauchhöhle und die Harnröhre läuft von der Blase durch das Becken zum hinteren Rand des Beckens, biegt sich dann um zur Bauchseite  und mündet im Penis. An der Bauchseite des Beckeneinganges liegt die Prostata um die Harnröhre herum. Über der Harnröhre, auch im Becken, laufen das Rectum und das Kolon, den die Faeces (der Stuhlgang) passieren muss.
 
Funktion der Prostata

Es ist eine Geschlechtsdrüse und Drüsen haben das Formen von speziellen Flüssigkeiten als Funktion. Die Prostata formt Prostataflüssigkeit. Diese Flüssigkeit sorgt dafür dass während der Ejakulation (Samenerguss) ausreichend Flüssigkeit im Ejakulat ist. Außerdem macht die Flüssigkeit die Umstände für die Spermazellen optimal, wodurch die Überlebenschancen von diesen so groß möglich sind.

Probleme
Vergrößerung der Prostata (=Prostatahypertrophie) sehen wir oft bei Rüden. Die Prostata ist hierbei derartig vergrößert, sodass verschiedene Probleme entstehen können:
• Blutverlust aus dem Penis unabhängig vom Urinieren
• Blutverlust während des Urinieren
• Erschwerter Stuhlgang, oft mit abgeplatteten Stuhlgang
• Schleimiger Durchfall
• schwieriges Urinieren
Falls sie ein oder mehrere Probleme aus dieser Liste bei ihrem Rüden bemerken, ist es vernünftig um ihn untersuchen zu lassen. Anhand ihrer Erzählung und einer Rektaluntersuchung ist die Diagnose durch den Tierarzt einfach zu stellen. Bei rektalem Anschlag ist die vergrößerte Prostata deutlich in der Beckenhöhle zu fühlen. Manchmal ist das Berühren schmerzhaft. In Zweifelsfällen kann ein Röntgenfoto Ausweg bieten.


Komplikationen
Die bedeutendste Komplikation der Prostatahypertrophie ist das Reißen von Muskeln neben dem Anus, eine Hernia perineales. Dies passiert, wenn der Hund regelmäßig zu hart pressen muss, um Stuhlgang zu produzieren. Der Grund für das Pressen ist deutlich: die vergrößerte Prostata nimmt zu viel Platz in der Beckenhöhle ein und blockiert so den Durchgang der Faeces. Genesung von dieser Hernia kann nur durch eine komplizierte Operation.

Ursache von der Vergrößerung der Prostata
Der Grund für die Vergrößerung der Prostata ist, im Gegensatz zur Situation beim Menschen, nur selten ein Tumor. Meistens wird es verursacht durch ein Übermaß an männlichen Hormonen.
Wenn die Produktion hiervon vermindert, wird die Prostata wieder seine ursprüngliche Größe annehmen und werden die Beschwerden verschwinden.


Therapie
Ziel ist es um die Produktion der männlichen Hormone zu verringern. Dies kann auf zwei Manieren. Die erste ist eine Injektion mit einem bestimmten Antihormon – Delmandinonacetaat – das unter anderem gegen die Testosteronproduktion angeht. Man nennt dies auch eine “chemische Kastration”. Oft wird dies als erste Therapie angewendet. Die zweite Therapie  ist Kastration. Hiebei werden die “Fabriken” des männlichen Hormons entfernt, die Testikel. Angesichts der ernsten Komplikation, die bei langwieriger Prostatahypertrophie – der Hernia perineales – entstehen kann, ist die letzte Lösung weitaus die Beste.


Prognose
Die Aussichten für eine Prostatahypertrophie sind nach einer Kastration gut. Weitaus die meisten Hunde bekommen keine Probleme mehr. Falls bei einem Hund die Prostata nach Kastration nicht kleiner wird, dann sind weitere Untersuchungen erforderlich.

 

Wichtig: Das hier bereitgestellte Informationsangebot ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und ersetzt in keinem Falle eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Tierarzt