Startseite Forum Sponsor Sitemap Kontakt Inserieren
Online:  21 besucher..
----- 92 Mitglieder -----
Login
Registrieren

zooplus - Mein Haustiershop

Urinverlust beim Hund

Die medizinische Bezeichnung für Urinverlust ist Urininkontinenz.
Es gibt verschiedene Ursachen, wodurch beim Hund bewusst oder unbewusst Urinverlust auftreten kann.
Eine der Ursachen ist eine Nervenerkrankung. Diese kann angeboren sein oder durch eine Verletzung, einer Nervenkrankheit oder einen ‘Verschleiß des unteren Rückens’ auftreten.

Andere mögliche Ursachen sind:

  • Eine schnellere Blasenfüllung, dadurch, dass der Hund mehr trinkt (als normal), z. B. wegen
  • dem Stillen einer erhöhten Esslust oder
  • einer Hormonstörung wie Zuckerkrankheit oder
  • einer Leber- oder Nierenkrankheit.
  • Ein erhöhter Drang um zu urinieren z. B. durch eine Blasenentzündung, Urinsteine, Tumoren oder einer Prostataerkrankung.
  • Verhaltensstörung
  • Behinderung der Abfuhr von Urin z. B. durch Urinsteine, Tumore, Prostatazysten oder Verletzungen, wie ein schlecht heilender Beckenbruch.
  • Anatomische Abweichungen, wobei z. B. die Harnleiter der Nieren nicht in der Blase münden sondern in der Harnröhre, der Gebärmutter oder der Vagina.
  • Verminderte Schließreaktion der Harnröhre oder Sphinkter Mechanismus Inkompetenz, abgekürzt SMI.
    SMI ist die am meisten vorkommende Ursache von unbewusstem Urinverlust beim ausgewachsenen Hund und wird sowohl beim Rüden (= der männliche Hund) als auch bei der Hündin (=der weibliche Hund) gesehen.
    Wenn eine ältere Hündin, nach der ‘Sterilisation’, ab und zu kleine Mengen Urin im Ruhestand oder während ihres Schlafes verliert, und keine Beschwerden beim Urinieren zeigt, dann können sie an SMI, als Ursache des Urinverlustes, denken.

    Nebenbei bemerkt: Eigentlich müssen wir von einer Kastration sprechen, da bei der ‘Sterilisation’ der Hündin die beiden Eierstöcke entfernt werden, wodurch der Hund nicht mehr läufig wird. Bei einer echten Sterilisation werden die Eileiter durchgetrennt und die Eierstöcke nicht entfernt, wodurch die Läufigkeit auftreten bleibt.
    Wenn aber ein ausgewachsener Rüde nach der Kastration Urinverlust zeigt, muss eher an eine angeborene anatomische Abweichung gedacht werden.
     

  • Was kann die Ursache von SMI sein?

  • Kastration, wodurch der Hormonspiegel im Blut sinkt.
  • Bei der Hündin ist dies der Östrogenspiegel und beim Rüden der Testosteronspiegel
  • Abweichende Lage der Blase
  • Abweichende Länge der Harnröhre
  • Fettsucht
    SMI muss nicht immer die Ursache sein für Urinverlust. Wenn aber eine älter werdende kastrierte Hündin beginnt, mehr zu trinken, da die Nieren schlechter funktionieren, dann kann dies in Kombination mit SMI wohl zu unbewusstem Urinverlust führen.
      
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, wenn die Diagnose SMI bei einer kastrierten Hündin festgestellt wurde?
    Wenn ein Mangel an Östrogen die einzige Ursache ist, kann das Verabreichen von natürlichem Östrogen helfen. Bei ernster Inkontinenz kann dies kombiniert werden mit Ephedrin oder Phenylpropanolamin. Bei unzureichendem Resultat dieser Medikamente oder Verschlechterung der Beschwerden nach anfänglich gutem Resultat muss der Patient nochmals untersucht werden. Möglicherweise ist die Diagnose nicht richtig oder ist da ein Problem hinzugekommen wie eine Blasenentzündung oder eine schlechte Nierenfunktion. Wegen der Nebenwirkungen der oben genannten Medikamente ist es abzuraten, um die Medikation einfach zu erhöhen. Wenn keine andere Ursache gefunden werden kann und die Medikamente nicht helfen, dann kann eine Operation oder das Injizieren von Teflon oder Kollagen in die Wand der Harnröhre in Erwägung gezogen werden. Genau wie die medikamentöse Behandlung, geben die verschiedenen Operationstechniken und Injektionen keine lebenslange Garantie. Manchmal hilft eine Behandlung nur einige Monate.




    Was sind die wichtigsten Nebenwirkungen von dem natürlichen Östrogen?

  • Blutverlust über die Vagina. Aber: dies natürliche Östrogen verursacht nicht so eine ernste unumkehrbare Blutarmut wie das Östrogen ersetzende Medikament von früher.
  • Schwellung der Vulva und der Milchdrüsen.
  • Die Hündin wird reizvoll für Rüden.


  • Was ist die wichtigste Nebenwirkung von Ephedrin und Phenylpropanolamin?

  • Ein erhöhter Blutdruck.
  • Ein lang anhaltender hoher Blutdruck ist nicht gut für, unter anderem
  • das Herz, den Nieren, dem Gehirn und den Augen.
    Bei dem Menschen wird ein hoher Blutdruck ja ‘ein schleichender Mörder’ genannt, weil der weitaus größte Teil der Menschen, die wegen eines zu hohen Blutdrucks behandelt werden, keine klinischen Erkrankungen zeigen. Sie werden aber behandelt, da sie ein erhöhtes Risiko laufen um einen Schlaganfall (CVA), einen Herzinfarkt oder Nierenversagen zu entwickeln.
     
  • Zum Schluss:
    Bei der jungen intakten (= nicht kastrierten) Hündin kann SMI auch auftreten. In einer Anzahl der Fälle verschwindet diese Inkontinenz nach der ersten Läufigkeit. Kastration bei diesen Hündinnen wird strengstens abgeraten.


      

    Was ist die Philosophie dieser Geschichte?
    Einer älteren kastrierten Hündin mit unbewusstem Urinverlust kann am besten geholfen werden, durch erst zu suchen nach der Ursache oder den Ursachen des Problems, anstatt das Problem einfach schnell mit einer Pille zu lösen. In den vergangenen 20 Jahren habe ich gemerkt, dass in 75% der Fälle Diätmaßnahmen und etwas öfter Gassigehen schon helfen können. Vor allem abends, kurz vor dem Schlafen, muss dem Hund genügend Zeit gegeben werden, um Pipi zu machen.