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Hovawart

Geschichte des Hovarwart

Der Hovawart als Rasse ist noch sehr jung, sein Name aber leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Wort "Hovawart" (Hova = Hof - Warth = Wächter) her “Wächter des Hofes und der Habe”. Bereits im Schwabenspiegel, einem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gesetzestextes, wird der "Hovawart" erwähnt, dessen Diebstahl mit dem Ersatz eines gleichwertigen Hundes sowie einer Geldstrafe von bis zu 3 Schilling geahndet wurde. Die Forderung nach einem gleichwertigen Ersatz lässt darauf schließen, dass die Zucht der Hunde üblich und verbreitet war. Über das Aussehen dieser "Hovawarte" gibt es allerdings keine genauen Angaben, nur dass es sich um große, derbe und kräftige Hunde eines ziemlich einheitlichen Schlages gehandelt haben soll.

In Berichten und Bildern des 15. Jahrhunderts erscheinen diese Hunde als Bewacher und Aufspürer von Dieben. Dieser robuste Begleiter war seinen Besitzern nicht nur treu ergeben, er bewachte und führte auch das Vieh zur Weide oder beäugte den Eingang zum Hof, was auch noch heute zu seinen liebsten Beschäftigungen gehört. Schon damals trug der kräftige Kerl Hängeohren und langes, meist schwarzes, graubraunes oder braunes Fell mit gelben "Marken".

Im Jahre 1513 kreierte Albrecht Dürer, der bedeutendste deutsche Maler und Kupferstecher der Renaissance, seinen Stich "Ritter, Tod und Teufel". Der darauf abgebildete Hund ähnelt dem Hovawart sehr. Jedoch behaupten manche, es handele sich hierbei eher um einen Jagdhund und weniger um einen Bauernhund vom Typ des Hovawartes, da der Hund als Begleiter eines Rittmeisters dargestellt ist.

“Edle Gemeinschaft”
Solch „edle“ Gemeinschaft war den Bauernhunden jedoch üblicherweise versagt. Anders als ihre hoch geachteten, schon früh zu Rassen herausgezüchteten Kameraden wie Jagdbracken und Windspiele, die in hohen Ehren standen und sich an der Seite ihrer fürstlichen Herren sogar auf den Gemälden hoch bezahlter Künstler wieder finden, fristeten die Bauernhunde ein recht verachtetes Dasein. Nicht selten schmutzig und ungepflegt zogen sie die Karren der Ärmsten, bewachten ihr weniges Habe, lagen im Hof oder im Stall herum, fraßen Abfälle und kratzen sich das Ungeziefer aus dem Pelz.

Wilde Tiere, vor allem Wölfe, die diese Hunde früher so wacker bekämpft hatten, gab es in Deutschland seit Beginn des 19. Jahrhunderts immer weniger, und so wurde auch der Bedarf an diesen mutigen Wächtern immer geringer. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden sich auf den Höfen der Bauern nur noch wenige dieser Typenhunde. An den Herden wurden sie von leichteren, flinkeren und weniger kampffähigen Hütehunden abgelöst.

Auf der "Grünen Woche" in Berlin 1936 wurde die Rasse auf Betreiben Königs anerkannt, welcher sowohl über die entsprechenden Beziehungen zum NS-Regime und den Obrigheiten verfügte als auch geschickt Werbung für den "Germanenhund" zu machen verstand.

Im Zusammenhang mit der Nachzucht des Hovawart wird immer wieder der Name Kurt König genannt. König ist eine höchst schillernde Persönlichkeit mit zwiespältigem Verhältnis zu Ehrlichkeit beim Einsatz von Zuchtrüden und keineswegs Vorbild für ordentlich geführte Zuchtbücher. Im Gegenteil, Königs züchterische Mauscheleien sowie seine spinnerten Ideen bezüglich des „Germanenhundes“, seine Deutschtümelei und nicht zuletzt auch sein ungebrochenes Verhältnis zu Nazi-Deutschland lassen ihn nicht immer gut aussehen. In seiner Funktion als Reichsbeauftragter (Reichszuchtwart - RSL Hovawart) für das Diensthundewesen schenkte er Himmler den Rüden „Siegtreu I.“ Es ist ein Wunder, dass der Hovawart nicht das Image des Nazihundes erhielt und zu der robusten und harten, aber sportlich gefälligen Rasse geworden ist. Welche Freude.

Wiederaufbau der Rasse.
Nach dem 2. Weltkrieg war der Bestand an Zuchttieren stark zurück gegangen. Die Züchter begannen zunächst auf sich allein gestellt mit dem Wiederaufbau der Zucht. Sie schlossen sich aber im Laufe der Zeit zu Landesgruppen zusammen, so dass regional unterschiedliche Hovawartschläge entstanden (je nach prozentualem Anteil der verschiedenen Ausgangsrassen bei den ursprünglichen Kreuzungen). 1948 entstand aus diesen

Landesgruppen der Rassezuchtverein für Hovawarthunde (RZV), welcher die nunmehr offiziell anerkannte Rasse im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und der Fédération Cynologique Internationale (FCI) vertrat.

Durch starke Selektionsmaßnahmen wurde der ursprüngliche Gebrauchshundetyp wieder erreicht. In Deutschland ist der Hund seit 1936 offiziell anerkannt. Ein weiterer Meilenstein in der Rassengeschichte war die Anerkennung des Hovawarts als 7. deutsche Dienstgebrauchshunderasse im Jahre 1964 durch den FCI. Ein erster Standard erschien 1973. Heute gibt es in Deutschland etwa 12.000 Hovawarte, ein paar hundert jeweils in Holland, in der Schweiz, in Schweden, Frankreich, England und weiteren Europäischen Länder sowie in den USA. 1995 lag der Hovawart mit 1.576 in VDH-Zuchtbüchern eingetragenen Welpen auf Rang 15 der Beliebtheitsskala aller Rassen in Deutschland.

Quelle: Hovarwartzucht Vond Der Rumesburg

Rasse F.C.I. - Standard Nr. 190 v. 12.01.1998 / D

R a s s e - Po r t r a i t

Hovawart

Ursprung: Deutschland

Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes: 12.01.1998

Verwendung: Gebrauchshund

Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer -

Molosser und Schweizer

Sennenhunde 

Sektion 2.2 Molosser, Berghunde

Mit Arbeitsprüfung

Klassifikation FCI: 

Kurzer geschichtlicher Abriss:

Der Hovawart ist eine sehr alte deutsche Gebrauchshundrasse. Der Name stammt aus dem Mittelhochdeutschen: Hova = der Hof und wart = der Wächter. Seit 1922 wurde diese Rasse unter Verwendung von typmäßig ähnlichen Hunden, die man auf Bauernhöfen noch vorfand, neu herausgezüchtet. Außerdem wurden Einkreuzungen von Deutschen Schäferhunden, Neufundländern, Leonberger und weiteren Hunderassen in den ersten Jahren der Zucht vorgenommen. Durch starke Selektionsmaßnahmen wurde der ursprüngliche Gebrauchshundetyp wieder erreicht.

Im Ursprungsland wird auf den Gesundheitszustand des Hovawarts sehr großer Wert gelegt. Insbesondere ist die Hüftgelenksdysplasie durch jahrzehntelange Selektion bis auf wenige Prozent zurückgedrängt worden. Es wird erwartet, dass diese Bemühungen in allen Hovawart-Zuchtvereinen Nachahmung finden. 

 

Allgemeines Erscheinungsbild: 

Der Hovawart ist ein kraftvoller, mittelgroßer, leicht gestreckter , langhaariger Gebrauchshund. Die Geschlechtsunterschiede sind vor allem an Kopfform und Körperbau deutlich erkennbar.

 

Wichtige Maßverhältnisse: 

Die Rumpflänge beträgt ca. 110 % bis 115 % der Widerristhöhe. 

 

Verhalten und Charakter:

Der Hovawart ist ein anerkannter Gebrauchshund zu vielseitiger Verwendung. Von der Veranlagung her ausgeglichen und gutartig, besitzt er Schutztrieb, Kampftrieb, Selbstsicherheit und Belastbarkeit, mittleres Temperament und eine sehr gute Nasenveranlagung. Seine harmonisch abgestimmten körperlichen Verhältnisse und eine besondere Bindung an seine Familie machen ihn insbesondere zu einem hervorragenden Begleit-, Wach-, Schutz-, Rettungs- und Fährtenhund. 

 

Kopf:

Der Nasenrücken ist gerade und bildet eine Parallele zum Oberkopf. Fang und Schädel sind etwa gleich lang. Die Kopfhaut liegt straff an.

 

Oberkopf:

Schädel: Der kräftige Kopf hat eine breite, gewölbte Stirn.

Stop: Gut erkennbar.

 

Gesichtsschädel:

Nase: Nasenlöcher gut ausgebildet. Bein schwarzmarkenen und schwarzen Hunden ist die Pigmentierung schwarz; Pigmentierung bei blonden Hunden: schwarz, Wechselnase zulässig.

Fang: Kräftig; sowohl von der Seite als auch von oben gesehen verjüngt er sich wenig.

Lefzen: Sie liegen gut an.

Zähne/Gebiss: Der Hovawart hat ein vollständiges, kräftiges Scherengebiss mit 42 Zähnen gemäß der Zahnformel. Die Zähne stehen senkrecht im Kiefer. Zangengebiss ist zulassig. 

Augen: Die Augen sind oval, weder hervortretend noch tiefliegend. Ihr Farbe ist dunkel- bis mittelbraun. Die Augenlider liegen dicht an. 

Ohren: Die locker anliegenden, dreieckigen Hängohren sind hoch und und reichen in ihrer Länge bis mindestens zum Lefzenwinkel. Ihr Spitze ist leicht abgerundet. In der Ruhestellung liegen sie flach an, bei Aufmerksamkeit können sie etwas nach vorne gerichtet getragen werden. Die Vorderkante liegt etwa auf der Mitte zwischen Auge und Hinterhauptbein. 

 

Hals:

Der kräftige Hals ist mittellang und die Kehlhaut liegt straff an. 

 

Körper:

Rücken: Der Rücken ist gerade und fest.

Lenden: Die Lende ist kräftig und etwas länger als die Kruppe. 

Kruppe: Die Kruppe ist leicht abfallend und mittellang.

Brust: Die Brust ist breit, tief und kräftig.

 

Rute:

Die buschig behaarte Rute reicht bis unterhalb des Sprunggelenkes, aber nicht bis zum Boden.

Sie wird je nach Stimmungslage des Hundes über den Rücken hochgeschwungen oder gesenkt getragen.  

 

Gliedmaßen:

 

Vorderhand: 

Die Vorderläufe sind kräftig und, von vorne und von der Seite gesehen, gerade und senkrecht gestellt. 

Schultern: Sehr gut bemuskelt. Das Schulterblatt ist lang und schräg zurückliegend.

Oberarm: Lang, eng am Körper anliegend.

Ellenbogen: Sie liegen am Brustkorb an. 

Vorderfußwurzelgelenk: Kräftig.

Vordermittelfuß: Mäßig schräg gestellt. 

 

Hinterhand:

Die Hinterläufe sind kräftig und, von hintern gesehen, senkrecht gestellt. Die Hinterhand ist gut gewinkelt. 

Ober- und Unterschenkel: Sehr gut bemuskelt.

Sprunggelenk: Kräftig, tiefstehend.

 

Pfoten:

Die Pfoten sind rundlich, kräftig und kompakt. Die Zehen sind gewölbt und eng aneinander liegend. Afterkrallen sind zu entfernen, ausgenommen in Ländern, in denen solches durch gesetzliche Bestimmungen verboten ist.

Die Zehennägel bei schwarzmarkenen und schwarzen Hunden sind schwarz pigmentiert.

Die Zehennägel bei blonden Hunden können weniger pigmentiert sein. 

 

Gangwerk:

Der Hovawart bewegt sich in allen Gangarten, von vorne und hinten gesehen, geradlinig und raumgreifend. Der Trab ist weit ausgreifend mit gutem Schub aus der Hinterhand.

 

Haut:

Die Haut ist insgesamt straff anliegend. Bei schwarzmarkenen und schwarzen Hunden hat sie einen bläulichen Schimmer, bei blonden einen meist rosa Schimmer. 

 

Haarkleid:

 

Haar:

Das kräftige Langhaar ist leicht gewellt und anliegend, mit wenig Unterwolle. Es ist länger an der Brust, am Bauch, der Rückseite der Vorderläufe, an der Rückseite der Oberschenkel und der Rute. Am Kopf, an der Vorderseite der Vorderläufe und der Vorderseite der Kinterläufe ist das Haar kurz. Das Haarkleid ist geschlossen. 

Farbe: 

Den Hovawart gibt es in drei Farbschlägen: Schwarzmarken, schwarz und blond.

Schwarzmarken: Das Haarkleid ist schwarz und glänzend, die Farbe der Markenzeichnung mittelblond. Am Kopf beginnt die Zeichnung unterhalb des Nasenrückens und reicht um die Lefzenwinkel herum bis in die Kehlmarke. Die punktförmigen Abzeichen über den Augen sind deutlich sichtbar. Die Brustmarke besteht aus zwei nebeneinander liegenden Flecken, die miteinander verbunden sein können. An den Vorderläufen reichen die Marken, von der Seite gesehen, von den Zehen bis etwa zum Vordermittelfuß und laufen auf der Hinterseite in Höhe der Ellenbogen aus . An den Hinterläufen ist, von der Seite gesehen, die Markenzeichnung unterhalb des Sprunggelenkes als breiter Streifen, oberhalb des Sprunggelenkes nur noch als schmaler Streifen sichtbar, der auf der Vorderseite der Hinterläufe bis in die Höhe der Bauchdecke reicht. Auch unterhalb des Rutenansatzes ist eine Markenzeichnung vorhanden. Die Zeichnung ist in allen Bereichen klar abgegrenzt.

Einzelne kleine weiße Flecken an der Brust sowie einzelne wiße Haare an Zehen und Rutenspitze sind zulässig.

Die Pigmentierung an Lidern, Lefzen und Ballen ist schwarz. 

Schwarz: Das Haarkleid ist schwarz und glänzend.

Einzelne kleine weiße Flecken an der Brust sowie einzelne weiße Haare an Zehen und Rutenspitze sind zulässig.

Die Pigmentierung an Lidern, Lefzen und Ballen ist schwarz.

Blond: Das Haarkleid ist mittelblond, glänzend und wird zum Bauch hin sowie an den Läufen heller.

Einzelne kleine weiße Flecken an der Brust sowie einzelne weiße Haare an Zehen und Rutenspitze sind zulässig.

Die Pigmentierung an Lidern, Lefzen und Ballen ist schwarz. 

 

Größe:

Rüde 63 - 70 cm

Hündin 58 - 65 cm

Widerristhöhe:

 

Fehler:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. 

 

Ausschließende Fehler:

 

Allgemeines Erscheinungsbild:

- Im Phänotyp dem Rassenbild nicht entsprechende Hunde.

- Stark rüdenhafte Hündinnen.

- Stark hündinnenhafte Rüden. 

Proportionen: 

- Stark abweichende Körperproportionen.

Verhalten und Charakter:

- Aggressive, ängstliche schussscheue oder lethargische Hunde. 

Kopf:

- Fehlender Stop.

- Blaues Auge oder Birkauge.

- Steh-, Kipp-, Rosenohren oder abstehende Ohren.

- Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss:

- Fehlen von mehr als zwei Zähnen von den 4 PM1 und den 2 M3 oder Fehlen eines

anderen Zahnes.

Hals:

- Ausgeprägte Wamme oder viel lose Kehlhaut.

Körper:

- Starker Senkrücken oder stark aufgezogener Rücken.

- Schmale oder tonnenförmige Brust.

- Rutenanomalien, stark verkürzte Rute, ausgeprägte Ringelrute. 

Gliedmaßen: 

- Stark überhöhte Hinterhand.

Beschaffenheit des Haarkleides:

- Überwiegend gelocktes Haarkleid (Ringellocken).

Farbe des Haarkleides:

Allgemeines: 

- Farben, die im Standard nicht beschrieben sind, z.B. blau-grau, wildfarben, braun, weiß, gescheckt, blond mit rußigem Anflug oder überwiegend mehrzoniges Haar.

- Weiße Flecken. Einzelne weiße Haare an der Innenseite der Oberschenkel führen

nicht zum Zuchtausschluss.

Schwarzmarkene Hunde:

- Graue oder braune Flecken außerhalb der Markenzeichnung.

- Überwiegend andersfarbige als schwarze Unterwolle.

- Überwiegend graue oder weißliche Markenzeichnung. 

Schwarze Hunde:

- Graue oder braune flecken.

- Überwiegend andersfarbige als schwarze Unterwolle.

Blonde Hunde:

- Einzelne weiße Haare auf dem Nasenrücken führen nicht zum Zuchtausschluss.

- Durchgehend rotblonde Farbe ohne Aufhellung.

- Farbe weißlich-blond, ebenso an den Ohren.

- Deutlich weiße Markenzeichnung.

- Dunkle Flecken oder dunkle Maske.

Größe:

- Untergröße.

- Übergröße von mehr als 3 cm.

 

N.B.:

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.