Hunderasse » Italienische Windspiel

Italienische Windspiel

Ist der filigranste und wohl auch kapriziöste Vertreter der Rassegruppe 10 (Windhunde) mit einer Schluterhöhe von 32 - 38cm und einem Gewicht von bis zu 5 kg. Im FCI-Standard wird es als Modell von Vornehmheit und Grazie bezeichnet.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Herkunft des Italienischen Windspieles ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Das Windspiel stammt angeblich aus Ägypten. Auf Wandbildern der Pharaonen sollen bereits windspielähnliche Hunde abgebildet worden sein.
 

Einigkeit besteht darin, dass schon in der vorchristlichen Zeit neben dem großen Windhund eine besonders kleine glatthaarige Form bestanden haben soll.

Eine Legende, besagt Cleopatra habe Cäsar als Zeichen ihrer Wertschätzung Windspiele geschenkt, und auf diesem Wege seien die Italienischen Windspiele nach Rom gelangt. In Rom soll das Windspiel schnell Verbreitung in den herrschaftlichen Häusern gefunden haben. Durch die Expansion des Römischen Reiches einerseits und durch die Vermählung italienischer adeliger Damen mit dem europäischen Hochadel andererseits fanden Italienische Windspiele auch ihren Weg in andere europäische Fürstenhäuser.
 
In einer anderen Theorie heißt es, die Windspiele seien von Ägypten über Griechenland nach Italien gekommen . Als Beweis wertet man Darstellungen von windspielähnlichen Hunden auf Trinkschalen und Vasen aus dem antiken Griechenland.

Vom 13. bis 15. Jahrhundert glorifizierten große europäische Maler wie Giotto, van der Weyden, Botticelli und Bosch die Rasse in Ölgemälden. Im 16. Jahrhundert waren Windspiele über den größten Teil Europas verbreitet und an den Königshäusern von Spanien und Italien besonders beliebt. Besondere Liebhaber dieser Rasse waren König James I. in England, Francois I. in Frankreich, Friedrich der Große in Preußen, Katharina die Große von Russland und Königin Viktoria von England. Von Friedrich dem Großen wird berichtet, er habe zwischen 40 und 80 Windspiele besessen und sei auch fast immer in Begleitung einiger seiner Windspiele gewesen. Man erzählt sich noch heute Geschichten von seinen beiden Lieblingshunden Alkmene und Biche, die eine eigene Begräbnisstätte in Sanssouci erhielten. Diese Grabmale sind noch heute in Sanssouci zu finden.
Das Wesen
Das Italienische Windspiel verfügt über ein ausgesprochen lebhaftes Temperament und ist sehr wachsam. Es ist ein sehr intelligenter Hund und daher in hohem Maße lern- und anpassungsfähig. Das Windspiel erfasst schnell die jeweilige Situation, die es dann zu seinem Vorteil zu nutzen versteht. So befolgt es nur dann Kommandos, wenn es unbedingt erforderlich zu sein scheint. Aber all dies erfolgt mit so viel Charme, dass man oft gar nicht bemerkt, wie einem geschieht. Sprich: Ein Windspiel hat etwas Unwiderstehliches.
Das Italienische Windspiel liebt die Gesellschaft von Artgenossen und Menschen. Oft sieht man zwei oder drei Windspiele zusammen bei einem Besitzer. Dies bietet sich bei der Größe der Hunde geradezu an. Ein weiteres Argument für die Haltung mehrerer dieser Hündchen könnte die gute Verträglichkeit in Gruppen sein. Das Italienische Windspiel schätzt die enge Nähe zu seinem Besitzer sehr und ist sehr anschmiegsam. Die Liebe, die es erhält, vermag das Windspiel seinem Besitzer um ein Vielfaches zurückzugeben.
Die enge Verbindung zwischen Hund und Besitzer ist durch die geringe Größe (32cm bis 38cm Schulterhöhe), das geringe Gewicht (bis 5kg) und durch das kurze, dichte Haarkleid ohne den typischen Hundegeruch gut möglich.

Allerdings muss noch angemerkt werden, dass man ein Italienisches Windspiel niemals so nebenbei halten kann. Denn es kann auf seine Weise sehr dominant sein. Windspiele fordern Aufmerksamkeit und möchten am liebsten so nahe wie möglich bei ihrem Besitzer sein, auch im Bett. Sie wollen auf dem Arm ihres Besitzers ruhen und springen dazu auch hinauf, oft in den unmöglichsten Situationen. Kleinkinder und Windspiele sollte man nicht unbeaufsichtigt zusammen spielen lassen, was im Übrigen auch für alle anderen Hunderassen gilt. Zwischen älteren Kindern und einem Windspiel kann sich eine wunderbare Freundschaft entwickeln. Vorraussetzung hierfür ist aber die Einsicht des Kindes, dass es sich bei einem Italienischen Windspiel nicht um ein Spielzeug, sondern um ein eigenständiges Lebewesen handelt.
 
Haltung und Pflege
Das Italienische Windspiel ist in Bezug auf die Fellpflege ein äußerst pflegeleichter Hund. Hat ein Windspiel sich beschmutzt genügt zur Reinigung ein feuchtes Tuch. Allerdings muß man großen Wert auf die Pflege des Gebisses legen, damit die Zähne möglichst lange erhalten bleiben. Deshalb ist es notwendig, mindestens einmal pro Woche, besser täglich, die Zähne zu putzen. Hierfür ist es unerlässlich, schon den Welpen an diese ungeliebte Prozedur zu gewöhnen.
Das Italienische Windspiel verträgt sich gut mit anderen Haustieren. Der Platzbedarf ist im Gegensatz zu den größeren Windhundrassen geringer.
 
Allerdings braucht ein Windspiel um glücklich zu sein unbedingt die Nähe zu seinem Besitzer. Wenn zusätzlich noch ein weiteres Windspiel als Gefährte gehalten wird, ist es um so zufriedener, da es das Spiel mit seinen Artgenossen liebt.
Da auch das Windspiel ein Windhund ist, braucht es Bewegung.

Deshalb sollten, falls das Wetter es erlaubt, ausgedehnte Spaziergänge unternommen werden. Auch können sie wie die anderen Windhundrassen an Windhundrennen teilnehmen.
Italienische Windspiele mögen keinen Regen oder große Kälte, weil sie eine zarte, dünne Haut und ein sehr kurzes Fell haben. Wärme und Sonne mögen sie dagegen sehr. Deshalb sollte dem Italienischen Windspiel ein warmer, zugfreier Schlafplatz angeboten werden. Am liebsten schläft es Seite an Seite mit seinem geliebten Menschen im Bett oder eng aneinander gekuschelt mit Artgenossen unter einer Decke.
Wichtig ist auch dem Windspiel Grenzen aufzuzeigen, damit Mensch und Tier in wechselseitiger Harmonie leben können und das Italienische Windspiel seinen ganzen Charme entwickeln kann. Hierzu zählt auch die Stubenreinheit. Es gibt immer wieder Menschen, welche die Behauptung aufstellen, ein Windspiel sei nicht zur Stubenreinheit zu erziehen. Dieser Behauptung muß ich jedoch energisch widersprechen. Denn auch ein Windspiel kann zur Stubenreinheit erzogen werden, wenn vorrausgesetzt werden kann, dass sein Mensch über genügend liebevolle Konsequenz verfügt.
Die Erfahrung zeigt, dass sich Windspiele vor allem im jungen Alter leicht die Vorderläufe brechen, möglicherweise deshalb, weil sie oft sehr wild und ausgelassen spielen. Deshalb darf man es nicht dulden, wenn sie auf oder über Möbel springen. Der regelmäßige Freilauf ist für den Hund sehr wichtig, um Muskeln aufzubauen. Der Garten sollte mit einem Zaun umgeben sein, der so hoch ist, dass der Hund ihn nicht überspringen kann.

Da das Windspiel gegenüber fremden Menschen und Situationen sehr reserviert sein kann, sollte es schon als Welpe sehr gut sozialisiert werden. Dies bedeutet, dass schon frühzeitig eine Gewöhung an fremde Menschen, an das Autofahren etc. erfolgt. Dem Welpen sollte grundsätzlich schon frühzeitig beigebracht werden, was er später können muß. Durch die geringe Größe des Windspiels sollte dies kein Problem darstellen, da man es fast überall hin mitnehmen kann. Ein einzeln gehaltenes Windspiel bleibt in der Regel nicht gerne alleine.

Zum Abschluss sei noch gesagt, dass Italienische Windspiele eine sehr hohe Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren haben. Dies ist natürlich bei der Auswahl eines solchen Hundes zu beachten.
 

Beitrag von Italienische Windspiel Zwinger : Rafter Creek - © 2006