Hunderasse » Aidi

Aidi

Der Aidi, auch Atlas-Berghund oder Atlas-Schäferhund genannt, ist eine marokkanische Rasse des Haushundes. Es ist neben dem Sloughi die einzige marokkanische Hunderasse, die von der FCI anerkannt ist (FCI-Gruppe 2, Sektion 2, Standard Nr. 247).


aidiDer robuste und kräftige Wachhund findet in den Bergen und Hochebenen des Atlas als Herdenschutzhund Verwendung. Dort bewacht er nicht nur die Herden, sondern auch die Lager der umherziehenden Nomaden. Sein dichtes Fell schützt ihn gegen die extreme Witterung (heiße Tage und eisige Nächte) und auch im Kampf mit Wölfen. Zusammen mit dem Sloughi kommt er auch bei der Jagd zum Einsatz. Dabei fällt ihm die Aufgabe des Stöberhundes zu und der Sloughi fängt das flüchtende Kleinwild.


Bei den Nomaden des Atlasgebirges fand die Zuchtauslese weniger nach Äußerlichkeiten, sondern nach dem Gebrauchswert der einzelnen Hunde für die tägliche Arbeit und die klimatischen Bedingungen in den Bergen statt. So ist es nicht verwunderlich, dass es das dichte halblange Fell in vielen verschiedenen Farbschlägen gibt. Bei einer Widerristhöhe (Schultergröße) von 50 bis etwas über 60 cm ist er etwas kleiner als die Hirtenhunde des Kaukasus. Die halbhängenden Ohren, so genannte Kippohren, sind verhältnismäßig klein und seitlich und tief am breiten und kräftigen Kopf angesetzt.




FCI - Standard Nr. 247  /  04. 06. 2003  /  D


ATLAS BERGHUND
(Aidi)


 
ÜBERSETZUNG  : Frau Michèle Chauliac.


URSPRUNG : Marokko.


DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES  : 25. 03. 2003.


VERWENDUNG :  Zum Schutz und Bewachen der Herde und den Besitz seines Herren.


KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer –
     Molossoide – Schweizer
     Sennenhunde.
          Sektion 2   Molossoide – Berghunde.
          Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Seit ewigen Zeiten gibt es den Atlashund in den Bergen und den Platos Nordafrikas. Heute gibt es eine grosse Anzahl im marokkanischen Atlasgebirge, woher der Standard seinen Ursprung hat. Verbunden mit Hirten und Halbnomaden des Bergmassivs. Der Atlasberghund ist berufen um Zelte, Hab und Gut seines Herrn zu beschützen und gegen Raubtiere zu verteidigen. Es gibt keinen Hütehund in den Atlasgebirgen. Der dort lebende marokkanische Hund hat nie eine Herde gehütet im Sinne des europäischen Hütehundes.


aidiALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :  Solider, sehr rustikaler Hund, der durch seine Stärke und Behändigkeit auffällt; er ist muskulös, nervig, kräftig aber ohne Schwerfälligkeit und mit einem buschigen Fell ausgestattet, der sowohl Schutz gegen die Sonne als auch gegen die Kälte in den Bergen seiner Heimat bietet. Dieses Fell bildet gleichzeitig einen Harnisch bei den Kämpfen gegen Schakale und andere Raubtiere die er zu bestehen hat. Sein Blick ist lebhaft, direkt und entschlossen, sowie es einem wachsamen Hund zukommt, der ständig dazu bereit ist seine Aufgabe als Beschützer gerecht zu werden. In einigen Gegenden herrscht der Brauch, bei Gebrauchshunden die Ohren ebenso die Rute zu kopieren.


WICHTIGE PROPORTIONEN :
• Körperlänge / Grösse (Widerristhöhe)  10 / 9
• Brusthöhe / Grösse (Widerristhöhe)  1 / 2
• Nasenrückenlänge / Kopflänge   11 / 24
• Schädellänge : Schädelbreite   1 / 1


VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Zu seinem Herrn und Familienmitgliedern ist er sehr treu, anhänglich und führig, der Atlashund zeigt hervorragende Veranlagung als Wachhund, sowie als hervorragender Verteidiger. Immer wachsam schätzt er die Wichtigkeit der Gefahr und reagiert entsprechen ohne Angst.


KOPF : Kräftiger Kopf breit und gut zum gesamten Körper passend. Insgesamt hat er eine konische Form. Die Jochbeine sind nicht gemeisselt und verbinden Schädel und Fang flach und ohne Absatz.


OBERKOPF :
Schädel : Der Schädel ist flach und breit, zeigt eine leichte Mittelfurche und der Hinterhauptshöcker ist, obwohl vorhanden, kaum wahrnehmbar.
Stop: Wenig betont.


GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Schwarz und braun, passend zur Haarfarbe; er ist genügend breit und die Nasenlöcher sind genügend geöffnet.
Fang : Wie der gesamte Kopf kegelförmig; er ist etwas kürzer als der Schädel; der Stop ist leicht betont und schräg.
Lefzen : Trocken, anliegend, je nach Haarfarbe schwarz oder braun.
Kiefer : Kräftig, gut eingesetzt, stabile, weisse und regelmässige Zähne.
Zähne :  Zangengebiss (Schneidezähne übereinander). Oberes – oder Unteres Scherengebiss ohne Kontaktverlust der Schneidezähne ist geduldet.
Augen : Von mittlerer Grösse, von dunkler Farbe, entsprechend dem Haarkleid, von dunklem Bernstein bis goldigem braun.
Die Lider leicht schräg und gut pigmentiert, erscheinen wie geschminkt bei hellem Haarkleid. Der Blick ist sehr lebhaft, aufmerksam und eindringlich.
Ohren : Mittellang, mit leicht gerundeten Spitzen; die Ohren sind schräg eingesetzt, so dass sie den Kopf gut freistellen; sie sind halbhängend und richten sich beim aufmerksamen Hund nach vorn, in Ruhestellung manchmal nach hinten geworfen.
 

HALS : Kräftig, muskulös ohne Wamme.


KÖRPER :
Obere Profillinie : Rückenlinie soll ein leicht überbautes Profil, jedoch keinen Senkrücken zeigen.
Rücken : Breit, gut bemuskelt, mässig lang folgt eine kräftige Lende, sehr bemuskelt und leicht gebogen.
Kruppe : Schräg, harmonisch.
Brust : Ausreichend breit, sehr tief und gut herabgezogen, mindestens bis zu den Ellbogen reichend, leicht gewölbt.
Untere Profillinie und Bauch : Hinter den falschen Rippen aufgezogen, keinesfalls aber windhundartig.


RUTE : Lang, mindestens bis zum Sprunggelenk reichend, sie ist in der Fortsetzung der Lendenlinie angesetzt, tief getragen in Ruhestellung herabhängend. Die Rute ist sehr buschig und ihre reichen Haare ist ein Zeichen für Reinrassigkeit. In der Bewegung wird die Rute freudig getragen, soll aber nicht ständig gerollt auf dem Rücken getragen werden.


GLIEDMASSEN


VORDERHAND :
Schultern : Gut gestellt, Widerrist gut sichtbar  (ungefähr) 100° geöffnet.
Oberarm : Kräftig, muskulös, gut gestellt an den Rippen anliegend.
Unterarm : Gerade,  gut gebaut, leicht bemuskelt.
Vordermittelfuss: Kurz und fast gerade.
Vorderfuss : Leicht rund mit solidem Ballen und starken Krallen, deren Farbe von der Haarfarbe abhängt.
HINTERHAND :
Hüft und Oberschenkel : Die Hüfthöcker treten sehr deutlich hervor, die Oberschenkel sind muskulös ohne Schwerfälligkeit und gut herabreichend.
Unterschenkel : Knie und Sprunggelenkwinkel sind sehr stumpf, dies führt zu einer hohen Kruppe und gibt dem Rücken den Anschein zum Widerrist hin abzufallen.
Hintermittelfuss : Leicht rund mit solidem Ballen und starken Krallen, deren Farbe von der Haarfarbe abhängt.


GANGWERK :
Schritt, Trab, Galopp : Nicht hoch, raumgreifend.
Natürlicher Gang : Kleiner schneller Trab auf einer Linie. In dieser Gangart scheint der Atlashund unermüdlich.


HAUT : Weich und widerstandsfähig.


HAARKLEID


HAAR : Dick, halblang und üppig, etwa 6 cm lang, ausgenommen im Gesicht und an den Ohren wo es kurz und feiner ist. Auf dem Hals und an der Kehle formt es, besonders bei den Rüden, eine Mähne. Die Hinterbacken und die Rute sind mit sehr reichem und langen Haaren besetzt.


FARBE : Sehr variabel.
1) Falb: Von gewaschenem Sand bis dunkler Rostfarbe. Kann gestromt sein, scharboniert,  oder als Mantel getragen werden egal von welcher Nuance. Dieser Mantel kann sehr grosszügig sein.
2) Braun: Von hellgelb bis angebranntem Brot. Die helleren können einen dunkelbraunen Mantel haben.
3) Schwarz : Alle Haarkleider können mit weiss gescheckt sein; die Scheckung kann leicht bis komplett gescheckt sein (weisses Haarkleid).
Der Nasenschwamm und die Lefzen müssen immer stark pigmentiert sein, in schwarz oder braun (je nach Haarkleid).
Es werden nicht akzeptiert die Farben : Harlekin, Blau, Isabelle.


GRÖSSE :
Widerristhöhe : 52 -  62 cm.


FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.
• Quadratisches Aussehen.
• Kopffleischig.
• Schmale Schädel.
•  Zu kurze oder zu lange Ohren.
• Fehlen oder übertriebener Stop.
• Ausweichender, scheuer oder ausdrucksloser Blick.
• Fleckige Depigmentierung an oder fehlende Pigmentierung an Lidern oder Nasenschwamm.
• Schlechter Stand.


AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
• Aggressiv oder ängstlich.
• Wesen: aggressiv oder ängstlich.
• Spitzer Fang.
• Raubvogelauge.
• Ständig getragene Stehohren.
• Vor- oder Rückbiss mit Kontaktverlust.
• Ständig eingerollte Rute.
• Ungenügend buschige Rute.
• Kurzes Fell.
• Haarkleid: Harlekin, Blau, Isabelle.
• Kryptorchidie, einseitig oder beidseitig.


Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.


N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befin