Saarlooswolfhond
FCI - Standard Nr. 311
Klassifikation FCI: Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde) Sektion 1 Schäferhunde ohne Arbeitsprüfung
Geschichte:
Herr Leendert Saarloos (1884 - 1969) liebte Hunde und natürlich auch die Natur. Allerdings fand er, dass die Hunde zu stark vermenschlicht seien, gegen Krankheiten nicht resistent genug und darum versuchte er, als Liebhaber des Deutschen Schäferhundes, in diese Rasse die natürlichen Eigenschaften zurück zuzüchten, damit ein besserer Gebrauchshund entstehe.
Er kreuzte 1932 dazu den Deutschen Schäferhundrüden Gerard von der Fransenum, einen DSH von klassisch preussischem Typus, mit der Wöfin Fleuri (Europäischer Wolf - sibirischer Zweig).
Er selektierte sehr stark und durch Rückkreuzungen auf den Vater züchtete er Tiere mit einem Viertel Wolfsblut.... es entstand der "Europäische Wolfhund".
Einige auserlesene Tiere dieser neuen Rasse leisteten gute Dienste als Blindenführhunde (die Frau von Herrn Saarloos war blind). Allerdings verlor sich durch die vermehrte Zufuhr von Anteilen an Wolfsblut mit der Zeit das Gebrauchserbe des Stammvaters Gerard und leider zeigte sich, dass diese Rasse als Gebrauchshund überhaupt, also auch als Blindenführhund, wenig geeignet war. Viele der Hunde erbten die wölfische Scheuheit gegenüber allem Fremden.
Herr Saarloos hat damit keinen Gebrauchshund, aber einen Hund mit naturnahen Eigenschaften gezüchtet. 1975 wurden die Hunde als Rasse anerkannt und erhielten zu Ehren ihres Begründers den Namen "SAARLOOSWOLFHOND".
Wesen des Saarlooswolfhondes:
Der Saarloos ist ein lebhafter, temperamentvoller vor Energie strotzender Hund, der einen sehr stolzen und unabhängigen Charakter aufweist, wodurch die Erziehung des Hundes nicht gerade sehr einfach ist, doch mit Geduld, Liebe und Konsequenz kann man sehr viel erreichen. Es gibt SWH, die die Begleithundeprüfung abgelegt haben.
Er gehorcht nur aus FREIEM Willen, ist nicht untertänig, hat also keinen sogenannten "Kadavergehorsam" und kann einen mächtigen "Dickkopf" entwickeln. Seiner Familie gegenüber ist er extrem anhänglich und im höchsten Masse zuverlässig. Fremden gegenüber ist er oftmals reserviert, misstrauisch... aber durch die Zucht mit nur wesensfesten Hunden, geht das Misstrauen immer mehr zurück und es gibt inzwischen sehr viele freie Saarloose. Einen Schutzinstinkt hat der Saarloos nicht.
Sein wolfsähnliches Fluchtverhalten und die Reserve in für ihn unbekannten Situationen sind typisch
Sein ausgeprägtes Rudelbewusstsein und sein Instinkt für die Rangordnung in einem Rudel sind auffallend und zeigen deutlich die Erbmasse des Wolfes. In der Gesellschaft anderer Hunde - egal ob Saarlooswolfhond oder sonstige Rassen - fühlt er sich wohl und kann durch seine Mimik und Gestik sehr gut kommunizieren.
Der Saarlooswolfhond erträgt das Alleinsein nur schwer, er will dazu gehören oder wenigstens das Gefühl haben. Für Zwingerhaltung ist der Saarlooswolfhond überhaupt nicht geeignet. Er folgt seinem Besitzer auf Schritt und Tritt in jeden Winkel der Wohnung, er ist ein verschmuster Hund, der sich gerne bewegt, gerne Power hat. Er muss aber nicht "arbeiten", sondern liegt auch gerne einfach nur faul rum.
Wer Interesse an dieser Rasse hat, dem möchte ich ans Herz legen, sich sehr genau zu informieren, Züchter und Halter zu besuchen und auch an den Treffen und Wanderung des Saarlooswolfhondvereins Deutschland teilzunehmen.
Ebenso möchte ich darauf hinweisen, der Saarloos ist KEIN Wolf und sollte auch nicht als Wolfsersatz gehalten werden. Das hat dieser Hund nicht verdient!
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Texte von Grit Fischer, ihre Webseite ist http://www.saarlooswolfhonde.de
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Saarlooswolfhond-Kennel Una Neshoba - © 2008 |


